[ vom 28.04.2009]
Das erste Regattawochenende unseres Bundesliga-Achters liegt hinter uns, und auch wenn wir uns einigen Schwierigkeiten gegenüber sahen, wissen wir doch das es sich lohnt bei der RBL dabei zu sein.
Da wir wieder einmal aus allen Zipfeln Deutschlands anreisten, gingen wir abends nur eine kurze Runde in unserem geliehenen Boot und mit Ersatzsteuermann rudern. Nach einem gemeinsamen Abendessen beim Italiener begann der erste Kampf schon in der Turnhalle. Da der Regattaveranstalter die Turnhalle vollkommen überbelegt hatte, zogen wir kurzer Hand auf die Treppen der Halle um. Doch von der unruhigen Nacht ließ sich keine der Mädels etwas anmerken und alle waren motiviert beim ersten Rennen um die Rangliste der Finalrennen zu zeigen was wir können. Schließlich hatten wir die Ehre die RBL im ersten Rennen überhaupt zu eröffnen. Doch leider schien das Pech unser heimlicher Begleiter in Münster zu werden. Das erste Rennen war für uns doch mehr als 350m lang, da wir starke Steuerprobleme hatten. In einem Achter macht sich schon die geringste Bewegung des Steuers bemerkbar und führt zu Unruhe und erschwerten Rudern. Doch da wir wussten, dass eine der Zeiten gestrichen werden würde, gingen wir voll motiviert auch an die beiden folgenden Rennen-und auch hier kämpften wir zeitweise mehr mit uns und unserem Boot als gegen die Zeit. Auf dem Wasser noch ratlos, wurde an Land schnell klar, dass unser Steuer und unsere Flosse verbogen waren und wir wohl oder übel die Regatta damit so gut wie möglich zu Ende bringen mussten.
Doch als wenn es nicht schon schwierig genug gewesen wäre mit dem Bootsschaden und nur einem gemeinsamen Trainingswochenende den Anschluss zu halten, fiel nach dem Rennen auch Andrea Becker-Pennrich aus gesundheitlichen Gründen für den Rest der Regatta aus. Aber „Meenzer Mädsche“ lassen sich nicht so einfach unterkriegen und so sprachen wir Sandra Dalloff an, eine ehemalige Achterkameradin von Berit Krüger die mit uns schon in London beim Head gestartet war, ob sie mit uns die Finals rudern könne.
Dankenswerterweise ließen die Regattaveranstalter diese Ausnahme zu und Sandra konnte spontan bei uns einspringen. Jetzt waren wir nicht nur uneingefahren sondern mussten auch umbesetzen und Sybille Exner zeigte, dass sie nicht nur auf Steuerbord, sondern auch auf Backbord kräftig am Riemen ziehen kann.
Im ersten Rennen trafen wir auf den nach dem Zeitfahren fünftplatzierten Frauenachter, den wir leider unter diesen Umständen nicht mehr gewachsen waren. Das nächste Rennen konnten wir gewinnen, doch im Finale um Platz 5-6 mussten wir uns knapp geschlagen geben.
Zufrieden waren wir damit nicht, die Stimmung daher auf dem Wasser auch deutlich gedrückter als gedacht. Aber nachdem die Rennen gefahren waren, wurde auch klar das wir das Motto der RBL ernst nehmen- Teamgeist. Wir wissen, dass wir gegenüber den dominanten Achtern aus dem Ruhrgebiet und Hamburg zwar einen Nachteil haben, da es uns nicht möglich ist, mehrmals die Woche gemeinsam zu rudern. Dennoch wissen wir, dass wir das „M“ noch weiter vorn in der Rangliste platzieren wollen und auch können! Die Motivation ist nach dem Wochenende erst recht noch einmal gestiegen, denn wenn das „drumherum“ passt, können auch wir als schlagkräftige Mannschaft um einen Platz in den vorderen Ligaplätzen mitrudern.
Geschlossen und wieder mit viel Spaß bei der Sache ging es dann abends an die Regattastrecke um die Achtelfinals der Männerachter anzusehen. Eine wahnsinnige Stimmung entstand aus dem Mix von schneller Musik, knappen Rennen und TopTeams, die sich unwahrscheinlich viele Entscheidungen im Hundertstelsekundenbereich lieferten. Mit unserer Pizza am See genossen wir die Show der Männer und auch der Frust über die eigenen nicht ganz optimalen Rennen wurde noch gemeinsam abends bei der Party der Ruderer weggetanzt.
Wir hoffen, dass unsere Unglückssträhne hier auch ihr Ende findet und schauen voll Vorfreude auf die Regatta in Ratzeburg. Der Mainzer Frauenachter wird versuchen, den unglücklichen Start durch eine bessere Leistung vergessen zu machen. Es war trotz allem ein schönes und eindrucksvolles Wochenende. Danke an Alle, die uns die Daumen gedrückt haben! Bis vielleicht bald im schönen Mainz bei unserem Trainingswochenende vom 15.-17. Mai.
Die „Meenzer Achtermädels“
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